connecthumans. Ein englischer Begriff für ein regionales Projekt. Wer sich heute darüber noch wundert, der wird das schon bald nicht mehr tun.

Menschen sind in aller Diversität miteinander verbunden – und der Wunsch nach Heimat ist universell. Von 12. bis 24. Dezember wird connecthumans im Rahmen des Weihnachtssterns gezeigt. Ort des Geschehens ist der eigens dafür aufgestellten Pavillon in der Neustadt. Projektinitiatorin Dragana Balinovic hat uns einige Fragen beantwortet.

 

 

Wie ist euer Projekt entstanden, worum geht es dabei?

Anfang November sind wir mit Fragen zum Thema „Heimat“ in Feldkirch unterwegs gewesen – und mit Menschen in Begegnung gegangen. Sie haben uns erste Impulse zum Thema mitgegeben. Wir haben ihre Aussagen festgehalten und die Personen porträtiert. Die Ausstellung, in der diese Portraits zu sehen sind, schafft einen Erlebnisraum, der zum Ankommen, Reflektieren und Nachwirken einlädt. Die Besucher*innen können den Portraitbildern begegnen und dadurch einerseits einen neuen Zugang zu sich selbst finden – und sich andererseits auch mit dem Menschen auf dem Bild verbinden.

 

Und welches Anliegen steht hinter dem Projekt?

Wir glauben, dass nur durch proaktive Mitgestaltung positive gesellschaftliche Veränderung bewirkt werden kann. Wir stellen uns eine Welt vor, in der ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander gelebt wird. Es liegt uns am Herzen, dass Menschen innehalten, reflektieren und dadurch autonomer und selbstbestimmter ihr Leben gestalten. Diversität nehmen wir als Chance und Ressource wahr, und insbesondere deshalb wünschen uns mehr Toleranz in der Gesellschaft.

 

Wie ist der englische Projektname entstanden?

Inspiriert durch das Projekt „Humans of New York“ haben wir das Format zunächst „Menschen deiner Stadt“ getauft. Wir stellten jedoch fest, dass der Lebensraum zwar wichtig, aber nicht ausschlaggebend für den Kern unseres Tuns ist. Somit machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Namen und sind auf connecthumans gekommen. Menschen verbinden. Das ist unser Tun und unser Ziel.

 

 

Was genau wird nun in Feldkirch umgesetzt – und warum in Feldkirch?

Feldkirch ist unser Lebensraum und uns daher sehr vertraut. connecthumans knüpft an die Themen an, die im Rahmen des Feldkircher Jubiläumjahres „Bleib offen, Feldkirch 800“ aufgegriffen wurden. Die von Axel Hacke, dem Festredner des Feldkircher Neujahresempfangs 2018, gestellte Frage „Wo bleibt der Anstand – über das Miteinander in schwierigen Zeiten?“ spricht auch für connecthumans.

 

Wer sind die Menschen hinter dem Projekt?

Wir sind Menschen, denen das Thema Diversität am Herzen liegt und die sich dafür einsetzen, ein wertschätzendes Miteinander zu gestalten. Als Projektinitiatorin konnte ich Julia Beck gewinnen, gemeinsam mit mir das Format connecthumans zu konzipieren, zu gestalten und umzusetzen. Wir sind beide selbständig und beschäftigen uns auf unterschiedlichen Ebenen mit Menschen. Alexander Stark, in der Rolle des Creative Director, unterstützt uns bei der Gestaltung. Lisa Cancola, Verena Marte und Laleh Zaheri bilden unser kreatives Design-Team. Nina Bröll und Martin Schachenhofer sind unsere beiden Herzens-Fotografen und Frank Blau ist unser Mann für den Bereich Dokumentation, mit Fokus Film. Und Andrea Blum, unsere Texterin, achtet darauf, dass wir auf den Punkt kommen und aus dem Herzen kommunizieren.

 

Was hat euch bei der Umsetzung besonders Freude gemacht, was war herausfordernd?

Freude haben uns die Begegnungen mit den Menschen in der Stadt gemacht. Die Offenheit der Menschen, aktiv mitzugestalten und ein Teil des Formates zu sein. Das Format wird von allen ehrenamtlich umgesetzt. Wir alle sind selbständig und nehmen uns die Zeit für connecthumans. Es ist schön mitzuerleben, wie Co-Creation aktiv gelebt wird und wie jeder mit seinen Fähigkeiten das Format bereichert. Da unser Team mittlerweile aus zehn Personen besteht, liegt eine große Herausforderung darin, Termine zu koordinieren und alle Aufgaben in unserer geringen Freizeit zu bewältigen.

 

 

Was wünscht ihr euch von den Menschen, die eurem Projekt begegnen – und was wünscht ihr euch für die Menschen, die ihm begegnen?

Wir wünschen uns, dass die Menschen sich auf das Format einlassen. Dass sie dem Format mit offenem Herzen begegnen. Dass connecthumans Menschen dazu bewegt, über Vorurteile nachzudenken und diese zu hinterfragen. Dass wir berühren und dass Menschen ihr eigenes Menschsein dadurch wieder wahrnehmen. Wir wünschen uns, dass connecthumans dazu beiträgt, Ängste und Barrieren abzubauen und dazu, ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander zu gestalten. Wir wünschen uns, dass die Menschen erkennen, dass wir alle eines gemein haben – das Menschsein.  

 

Was habt ihr als nächstes vor und wo?

Nach der Erstumsetzung beim Weihnachtsstern ist für 2020 eine größere Umsetzung in der Stadt angedacht. Für die Umsetzung im kommenden Jahr laden wir Unternehmen im Bezirk Feldkirch dazu ein, mitzugestalten. Infos dazu gibt es direkt bei uns unter info@connecthumans.at.

 

www.connecthumans.at

 

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Donnerstag, 12. bis Sonntag, 15. Dezember 2019
Donnerstag, 19. bis Sonntag, 22. Dezember 2019
täglich 10-20 Uhr geöffnet (Samstag ab 9 Uhr)

beim Weihnachtsstern in der Neustadt

Vernissage: connecthumans
DO 12. Dezember, 18 Uhr

 

Dragana Balinovic lebt in Weiler und beschäftigt sich mit dem Thema Entwicklung auf unterschiedlichen Ebenen: Persönlichkeit, Institutionen und Unternehmen, Gesellschaft.

Julia Beck hat das Projekt gemeinsam mit Dragana Balinovic initiiert. Der Fokus ihre Kreativagentur liegt darauf, Menschen zusammenzubringen, Erlebnisse zu gestalten, Möglichkeiten aufzuzeigen und Perspektivenwechsel zu ermöglichen.