Veröffentlicht am: 19. März 2020

#ichwillkeingeldzurück

In normalen Zeiten ist die Vernetzung von Kulturschaffenden, das „Vor-den-Vorhang-holen“ und auch selbst als Veranstalter aktiv zu sein, unser täglich Brot. Aber was ist schon normal in diesen Tagen. Wir haben uns gefragt was wir zur Unterstützung der vielen Kulturinitiativen beitragen können. Denn das Problem endet leider nicht zu Ostern.

Für die nächsten Wochen und Monate sind bereits jetzt tausende kleine und große Konzerte, Opern, Theaterabende, Lesungen und Tanzaufführungen abgesagt worden. Das ist traurig für das Publikum und bringt große Konzerthäuser und Theater in Schieflage. Aber für freie Veranstaltungshäuser und Ensembles, für nicht fest angestellte Künstler*innen und Techniker*innen ist die aktuelle Krise unmittelbar existenzbedrohend.

solidarische Geste

Der künstlerische Leiter der Montforter Zwischentöne, Folkert Uhde, hatte wie wir finden eine sehr sympathische Idee. Unter dem Hashtag #ichwillkeingeldzurück bitten wir das Publikum, auf die Rückerstattung des Tickets abgesagter Veranstaltungen zu verzichten. Denn Hand aufs Herz: Wenn die 30 Euro fürs nächste Konzert bereits bezahlt sind, die Tickets für den nächsten Theaterbesuch schon in der Schublade liegen, ist es doch ganz einfach, auf dieses Geld zu verzichten. Ein Spendenkonto hat eine viel höhere Hemmschwelle und benötigt mein aktives Tun (und wenn’s nur ne Online-Überweisung ist). Ist es nicht wunderbar, rein gar nichts tun zu müssen und dennoch zu helfen?

Deshalb bitten wir Sie, liebes Publikum, auf die Rückerstattung ihrer bereits bezahlten Tickets für ausgefallene Veranstaltungen zu verzichten. Durch diese solidarische Geste können die Veranstalter zumindest längst gebuchte Reisen und ein Ausfallhonorar für betroffene Künstlerinnen und Künstler bezahlen. Wenn Sie unbedingt auch noch aktiv werden wollen, schreiben Sie Ihrem Lieblingsveranstalter doch zusätzlich eine nette Durchhalte-Email. Alles geht leichter, wenn man sein Publikum auf seiner Seite weiß.