Berge, Parks, Naturdenkmäler

Zieht es Sie nach all diesen innerstädtischen Genüssen hinaus ins Freie, ins Grüne? Da sind Sie in Feldkirch genau richtig, denn rund um die Stadt erheben sich lauter Berge, von denen jeder seinen eigenen Reiz hat. Schroffe Felsklüfte wechseln ich ab mit sanften Waldhügeln, englischer Gartenkultur und rotwilden Rudeln. Naturschutzgebiete und Naturdenkmale laden Sie dazu ein, die Werke eines Architekten zu genießen, dem kein Mensch das Wasser reichen kann.

  • Ardetzenberg
    Die Grafen von Montfort legten den Grundstein dafür, dass Feldkirch jahrhundertelang den Vorarlberger Weinbau dominierte. Über Ardetzenberg, Blasenberg und Amberg zog sich ein einziges Rebenmeer bis vor die Tore der Stadt. Weinkenner wollten den beliebten roten Landwein sogar mit dem Meersburger auf eine Stufe stellen. Im Ausnahmejahr 1895 brachte der Ardetzenberger ganze 93 Grad Öchsle auf die Mostwaage. Unterhalb der Schattenburg, am Ardetzenberg und am Amberg gibt es nach wie vor kleine Weinberge, deren Erträge unbedingt schlürfenswert sind.
  • Wildpark 
    Steinbock Felix, 1963 erster offizieller Bewohner des Feldkircher Wildparks, ist bis heute dessen Wahrzeichen. Inzwischen haben sich hier 160 Tiere aus 18 verschiedenen Arten zur Freude der zahlreichen Besucher häuslich eingerichtet. Endlich können Sie mit den Wölfen heulen, den Waschbären bei der leidigen Hausarbeit zusehen oder sich vom äsenden Rotwild in Trance versetzen lassen. Ohne Hast spazieren Sie in etwa einer Stunde um den Park. Eine Jausenstation rundet das Familienvergnügen ebenso ab wie der kostenlose Eintritt.
  • Margarethenkapf 
    Die Parkanlage am steil aus der Ill aufsteigenden Margarethenkapf blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit 1620 thront dort oben das unaussprechliche Tschitscher-Schlössle, benannt nach Feldkirchs damaligem Hubmeister. Hinzu kamen später eine Einsiedelei und ein Aussichtspavillon, wo der keuchende Wanderer durch einen Panoramablick seines spärlichen Restatems beraubt wurde.

     Es bedurfte aber eines leibhaftigen Ritters, um dem Erholungsgebiet zu seinem Glanz zu verhelfen. Josef Andreas Ritter zu Tschavoll, zweimaliger Bürgermeister von Feldkirch, kaufte das Gelände 1868 und legte im Stil englischer Landschaftsgärten ein Kunstwerk mit Aussichtspunkten, Palmenhaus, Kleintierställen, Springbrunnen und seltenen Baumgruppen an. Dann lag das Anwesen lange in einem Dornröschenschlaf, bevor die Stadt es erwarb und 2006 mit der Reaktivierung begann. Die Seele bekommt Flügel, wenn man die neu bepflanzte Lindenallee entlangschreitet und zum baumumwipfelten Pavillon „Rädle“ aufsteigt.

    Thomas Mann schreibt im Zauberberg über den Margaretenkapf. „Damals aber auch, unmittelbar nach dem Verscheiden der Mutter, hatte Leo die Bekanntschaft des Paters Unterpertinger gemacht. Der Sechzehnjährige saß einsam auf einer Bank in den Parkanlagen des sogenannten Margaretenkapfes, einer Anhöhe westlich des Städtchens, am Ufer der Ill, von wo man einen weiten und heiteren Ausblick über das Rheintal genoß, – saß dort, verloren in trübe und bittere Gedanken über sein Geschick, seine Zukunft, als ein spazierendes Mitglied des Lehrkörpers vom Pensionat der Gesellschaft Jesu, genannt „Morgenstern“, neben ihm Platz nahm, seinen Hut neben sich legte, ein Bein unter dem Weltpriesterkleid über das andere schlug und nach einiger Lektüre in seinem Brevier eine Unterhaltung begann, die sich sehr lebhaft entwickelte und für Leos Schicksal entscheidend werden sollte.“

  • Naturschutzgebiet Mariagrüner Ried
    Seit 1994 ist das sechs Hektar große Biotop am Rande des Ortsteils Fellengatter ein Naturschutzgebiet. Man kann sich vorstellen, wie sich früher die Federwolken in dem kleinen See spiegelten, aus dem dann eines der letzten Hangfeuchtgebiete von Österreich wurde. Von diesem Pflanzenparadies aus ist es ein Katzensprung bis zum ältesten Freibad von Feldkirch, der Felsenau.
  • Naturschutzgebiet Bangs-Matschels
    Das 450 Hektar große Feuchtgebiet ist mit seinem engmaschigen Netz von Rad- und Wanderwegen ein Paradies für Erholungssuchende Naturliebhaber. Millionen sibirischer Schwertlilien verwandeln die Streuwiesen im Frühjahr in ein Meer von Lila. Wenn Sie Glück haben, flattert darüber das Moorwiesenvögelchen, einer der seltensten Schmetterlinge Vorarlbergs. Hören Sie? Da drüben singt doch tatsächlich das vom Aussterben bedrohte Braunkehlchen! Ja, hier heißt es: Augen, Ohren und Nase auf.