Ein Rundgang durch die Feldkircher Innenstadt zieht den Besucher in den Bann vergangener Jahrhunderte. Kopfsteinpflaster, enge Gassen, romantische Lauben und atemberaubend schöne Häuserfassaden machen einen Stadtrundgang zur erlebnisreichen Entdeckungstour durch die Geschichte.

Reste der alten Stadtbefestigung sowie die hochaufragenden Türme zeugen von der wehrhaften Vergangenheit des Sitzes der Montforter und der österreichischen Vögte. Altehrwürdige Kirchen, allen voran der spätgotische Dom St. Nikolaus, laden zu einem Besuch ein. Von der großen Bedeutung der Stadt an der Ill als Handels- und Verkehrsknotenpunkt zeugt heute noch das Churer Tor. Kaufleute, Reisende, fahrendes Volk, Kreuzfahrer – alle mussten das Tor zum Süden hier passieren.

 

Schattenburg

Stammsitz der Grafen von Montfort bis 1390. Erste Bauphase seit ca. 1260. Wichtige Ausbauten und Umgestaltung zu Beginn des 15. Jahrhunderts unter Graf Friedrich von Toggenburg (1416-1436) und unter dem Vogt Hans von Königsegg um 1500. Seit 1825 im Besitz der Stadt.

Domkirche St. Nikolaus

Pfarrkirche der Stadt. Erste Erwähnung 1287. Früher romanischer Bau, bei Stadtbränden (1348, 1398, 1460) schwer beschädigt, wird der spätgotische Neubau von Hans Sturn 1478 abgeschlossen. Bedeutendste gotische Kirche in Vorarlberg. Im Innern das „Beweinungsbild“ des Feldkircher Malers Wolf Huber (um 1485-1553), Meister der Donauschule. Kanzel (1520) diente bis 1655 als Sakramentshäuschen, beste gotische Schmiedearbeit Österreichs.

Rathaus

Ursprünglicher Bau 1493 beendet. Erdgeschoß diente als Kornhalle, im Obergeschoß befand sich die Tuchhalle. Nach Stadtbrand von 1697 Wiederaufbau mit Einrichtung des Ratssaals und der Ratsstube. 1932-1937 durchgreifender Umbau unter Einbezug des angrenzenden Heiliggeistspitals und Bemalung der Fassaden. Fresken geben Ereignisse der Stadtgeschichte wieder.

Katzenturm

Der 8-geschossige runde Turm wurde im Zuge der Stadtbefestigung unter der Regierung Kaiser Maximilians I. von 1491-1507 erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde die Glockenstube für die große Glocke (größte in Vorarlberg) aufgebaut. Der Turm wurde mit einem Marienbild versehen, das im 19. Jahrhundert von Florus Scheel restauriert wurde. Woher der Name Katzenturm kommt, konnte bis heute nicht ganz geklärt werden. Eine Theorie besagt, daß die Kanonen dieses ursprünglichen Wehrturmes mit Katzenköpfen als Zieleinrichtung versehen waren

Schützenhaus

Das Schützenwesen kann auf eine lange Tradition in Feldkirch zurückblicken. Das erste Schützenhaus befand sich an der Ill, wurde jedoch 1910 an den heutigen Standort in unmittelbarer Nähe zur Schattenburg verlegt. Umbauten während des 2. Weltkrieges veränderten das Gebäude jedoch wesentlich. Heute beherbergt das Schützenhaus neben den Schießanlagen, ein Restaurant, Büros, Wohnungen sowie ein Schützenscheibenmuseum. Darin sind über 200 Schützenscheiben aus vier Jahrhunderten ausgestellt, auf denen Ereignisse der Stadtgeschichte und historische Gebäude dargestellt sind. Eine Besichtigung des Museums ist während der Öffnungszeiten des Restaurant möglich.

Landeskonservatorium

Früherer Sitz des weltberühmten Privatgymnasiums der Jesuiten „Stella Matutina“. Das imposante Gebäude wurde 1900/01 vom Orden erstellt, der bereits 1649 nach Feldkirch gekommen war. 1938 vom NS-Regime geschlossen und als Reichfinanzschule – später als Lazarett – verwendet. Das Kolleg wurde 1946 wieder eröffnet und bestand bis 1979.
Seit 1977 beherbergt das Gebäude das Landesmusikkonservatorium für Vorarlberg, an dem heute über 400 Studenten dem Studium der Musik nachgehen.

Tostner Burg

Erbaut um 1260 von den Montfortern. Nahe der Burg findet sich die alte Kirche St. Corneli mit der „1000-jährigen Eibe“.

Schloss Amberg

Wurde 1502 erbaut und ging um 1510 in habsburgischen Besitz über. Kaiser Maximilian I. kam nicht nur gerne wegen des Weines nach Feldkirch. Er stand in enger Verbindung mit Gräfin Helfenstein, die neun Monate nach seinem Besuch auf Schloß Amberg seinen „leiblichen“ Sohn, Friedrich Max von Amberg, geboren hat. Nach erfolgter Renovierung wird das Schloss Amberg für gesellschaftliche Anlässe genutzt.